So war’s bei Fink im Berliner Tempodrom

Fast genau ein Jahr mussten die Berliner Fink-Fans warten, um die Band wieder in der Hauptstadt zu erleben. Nach ihren drei komplett ausverkauften Konzerten am 15., 17. ud 18. 11. 2014 im Heimathafen kehrten Fink am 25. Oktober nach Berlin zurück, um ihren Auftakt zur Deutschland-Tour 2015 zu feiern. Die drei Briten Fin Greenall, Guy Whittaker und Tim Thornton spielten diesmal im Berliner Tempodrom, das vermutlich zu den imposantentesten und aus architektonischer Sicht eher ausgefallenen Konzertvenues der Stadt gehört. In Form eines Zirkuszeltes und mit Platz für gut 3000 Personen überzeugte das Tempodrom bei Fink mit Charme und erstklassigem Sound.

Zunächst stimmte aber die Newcomer-Band She Drew The Gun aus Liverpool die Fans mit ihrer perfekten Mischung aus Folk, Soul und TripHop auf den Konzertabend ein. Die Band um Louisa Roach ist beim erfolgreichen Indie-Label Skeleton Key Records von The Coral’s James Skelly gesigned. Anfang 2014 veröffentlichten die Engländer ihre Debüt-EP ,SDTG‘ mit drei Songs. Ihr Debüt-Album ist für Ende 2015 geplant und dann können wir hoffentlich auch bald weitere Konzerte der Band sehen.

Violetter Nebel schlich um die Bühne, als Fink mit dem Opener „Fall Into The Light“ seines Remix-Albums ,Horizontalism’ die Show eröffnete. Ein Album, das augenscheinlich in tiefen Zügen von der Hauptstadt inspiriert wurde – einen besseren Auftakt hätte Sänger Fin, der mittlerweile auch in Berlin lebt, nicht wählen können. Von Anfang an sorgte das Singer/Songwriter-Trio für Gänsehaut und dieses typische Gefühl, das die Zuschauer bei Fink-Konzerten früher oder später überkommt: „Finks Musik gleicht einer kuscheligen Wolldecke, in der man, erst einmal darin eingewickelt, ein wohlig herzerwärmendes Gefühl verspürt und auch so schnell nicht mehr davon ablassen möchte.“ (www.bäckstage.ch)

Das Spiel mit lauten und leisen Tönen wie es eindrucksvoll bei der Single ,Too Late’ zu hören war, lange Intros und Zwischenspiele wie beim Titelsong ,Hard Believer’ des aktuellen Studioalbums, und tiefsinnige Texte wie beim Klassiker ,Fear is like Fire’: Fink überzeugten mit ihrem speziellen und besonderen Sound auf ganzer Linie. Die Songs waren stark, der Sound intensiv, die Atmosphäre magisch, besinnlich und glückselig.

Mit einer riesen Portion Vorfreude warten wir nun auf die nächste Gelegenheit, Fink bei einem ihrer großartigen Konzerte zu erleben. Derzeit sind die drei noch auf Tour und in folgenden Städten zu sehen:

07.11.2015 München l Tonhalle
15.11.2015 Freiburg l Jazzhaus
16.11.2015 Köln l Theater am Tanzbrunnen

 

Fotos: Markus Werner

Fink

Fink

Fin Greenall war ein bekannter DJ in der Brightoner Rave- und Trip-Hop-Szene, bevor er sich mehr und mehr dem Singing/Songwriting verschrieb. Inzwischen steht er gemeinsam mit Guy Whittaker (Bass) und Tim Thornton (Drums) als Fink für musikalische Kompromisslosigkeit und eine unglaubliche Bühnenpräsenz. In den vergangenen Jahren haben die drei unzählige Konzerte gespielt, unter anderem als Support für Zero 7 und Massive Attack. Darüber hinaus machte sich Fin einen Namen als Songschreiber für Künstler wie John Legend oder Amy Winehouse und Remixer für Elbow, Nina Simone oder Ryuichi Sakamoto, um nur einige zu nennen.

Fünf Studioalben, die zwei Live-Records ,Wheels Turn Beneath My Feet‘  und ,Fink Meets the Royal Concertgebouw Orchestra‘, sowie das allerneueste Werk ,Horizontalism‘ – eine Remix-Version der aktuellen ,Hard Believer‘-Platte – wurden von den Kritikern nicht nur sehr positiv aufgenommen, sondern zeigen auch eindrücklich die Vielseitigkeit und Meisterhaftigkeit der britischen Band.

 

She Drew The Gun

She Drew The Gun

“Our heavy hearted songstress, looking to the sky for answers was met with a message from some future pocket of civilisation. A band of outlaw scientists, trying to get their point to some past human, turned storyteller. Her name is Louisa and she became She Drew The Gun.”

She Drew The Gun ist eine junge, frische Band aus Liverpool und das Projekt der eindrucksvollen Singer/Songwriterin Louisa Roach. Die Band verarbeitet eine Vielzahl von Einflüssen zu melodisch-hypnotischem Sound und Songs, die Geschichten erzählen, ohne sich in eine Schublade stecken zu lassen. Bereits eine ganze Reihe Fans hat die Band überzeugt, u.a. James Skelly (The Coral), der sie zu seinem Indie-Label Skeleton Key holte und ihr Debüt-Album produzieren wird, außerdem BBC’s Steve Lamacq und Edith Bowman (“If you like Portishead and PJ Harvey you will love them…”).

Alles begann mit einer Handvoll Songs von Louisa. Inzwischen sind She Drew The Gun ein paar Freunde, die seit 2013 gemeinsam auf der Bühne stehen. Zunächst traten sie in ihrer Heimat auf, Anfang des Jahres folgte bereits eine UK Tour mit der britischen Psychedelic-Rock-Band The Sundowners, die ebenfalls beim Skeleton Key Label gesigned sind. Erst kürzlich spielten She Drew The Gun eine BBC Maida Vale Session – und es gibt wahrlich schlechtere Gelegenheit, sich als neue Band ins rechte Licht zu rücken.

Wir dürfen also gespannt sein, was uns in naher Zukunft noch von dieser wundervollen und talentierten Band erwartet.

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