Festival Zelt auf Abwegen – das große Müllproblem

Ja, der Festival-Blues ist schlimm. Wenn sich das Gelände leert und die Besucher nach und nach heimwärts fahren, legen sich schnell Traurigkeit und ,Mir egal‘-Stimmung über den Platz. Doch sind trostlose Gedanken und verkaterte Stimmung ein Grund für die Müllberge, die sich auf den Festivals türmen?

Jedes Jahr kämpfen die Organisatoren gegen eine wahre Flut an Dreck und Müll. Nur wenige Tage nach Festival-Ende soll davon bitteschön dann auch nichts mehr zu sehen sein. Dabei teilen fast alle Festivals das gleiche Schicksal:

Das Roskilde-Festival sammelte im Jahr 2012 1850 Tonnen Müll – von 120.000 Besuchern, die acht Tage lang zelteten. Bis sich das Gelände wieder in seinem ursprünglichen Zustand befand, dauerte es rund zwei Monate. Ungefähr 800.000 Euro gab das Festival für die Müllentsorgung aus. (Wecab)

Beim Sputnik Spring Break fallen bei 25.000 Besuchern jedes Mal rund 140 Tonnen Müll an. Für die Reinigung muss das Festival Spezialtaucher engagieren, die den Müll auch aus den Seen holen. (MZ)

Das Chiemsee Summer Festival in Übersee produziert jedes Jahr rund 400 Tonnen Müll. Allein der Abtransport kostet rund 75.000 Euro. (Chiemgau24)

Beim diesjährigen Rock am Ring sind geschätzt 700 bis 900 Tonnen Müll liegengeblieben. Zum großen Teil dürfte das aber auch an den unmöglichen Wetterbedingungen gelegegen haben. Viele Besucher haben einfach das Nötigste eingepackt, nachdem das Festival wegen des schweren Unwetters vorzeitig abgesagt wurde. An das Festival Zelt wurde da oft nicht mehr gedacht. (SWR)

Bei einem Festival mit 80.000 Besuchern bleibt an einem Wochenende so viel Müll übrig wie eine ganze Stadt mit gleicher Einwohnerzahl in einem Jahr produziert, liest man auf Utopia.

Was kann man tun?

Die meisten Festivals versuchen bereits mithilfe des Müllpfands Milderung zu schaffen. Oft ist er bereits im Ticketpreis inbegriffen. Für den vollen Müllsack gibt es dann 5-10 Euro Pfand zurück. Die Besucher werden so animiert, ihren Müll bei den Containern abzugeben.

Aber man kann noch mehr tun.

Das Open Air St. Gallen z.B. schickt sogenannte „Trash Heroes“ übers Gelände, die die Festivalbesucher über die Müllproblematik aufklären und Müllsäcke verteilen. Das Roskilde Festival spendet übriggebliebene Lebensmittel an Tafeln und Obdachlosenheime. Wieder andere Events wie das Hurricane/Southside haben einen ,Green Camping‘ Bereich eingeführt, in dem alle auf Sauberkeit und Ruhe achten. Rock im Park verleiht jährlich den ,Umwelt-Rocky‘ für den saubersten Campingplatz. Und die Fusion setzt auf Taschenaschenbecher und Konfettiverbot, um dem unscheinbaren, aber umso schwieriger zu beseitigenden Müll entgegenzuwirken.

Pfiffige Köpfe haben sich auch schon an Produktalternativen gewagt. Ein paar junge niederländische Erfinder haben das „KarTent “ entwickelt – ein Zelt vollständig aus Pappe. Bei der Herstellung entsteht weniger CO2 als bei der Produktion eines normalen Zeltes. Und laut Herstellerangaben hält es bis zu drei 3 Tage durchgängigen Regen stand. Nach Festivalende kann es vollständig recycelt oder wiederverwendet werden.

Zwei Däninnen haben außerdem den DropBucket erfunden – einen Mülleimer aus recycelter Wellpappe.

Darf euer Festival Zelt wieder mit nach Hause?

Wie ist eure Meinung zum Müllproblem der Festivals? Bringt ihr euren Müll brav in die Container und nehmt das Festival Zelt wieder mit nach Hause? Oder seid ihr der Ansicht, dass es ohnehin Aufgabe der Festivalveranstalter ist, den Müll nach dem Event aufzuräumen? Lasst es uns wissen und stimmt ab. Gern könnt ihr eure Meinung auch in den Kommentaren hinterlassen.

Was denkt ihr über das Festival Müllproblem?

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Foto: © n0fingers – hurricane2008-06-25-130114-(IMG_3546-eos400) (CC BY-NC-ND 2.0)

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