Auf einen Kaffee mit Jan Blomqvist

Jan Blomqvist gilt als Erfinder des Konzert-Techno. Statt auf stumpfe Bässe und monotone Loops setzt der Berliner Produzent auf einfache Beats und träumerische Vocals. „Die unvollkommenen Sounds zum Charakter machen. Emotional, ehrlich, authentisch, verfrickelt, detailliert, bassbetont, zweitonakkordig, nicht immer schulbuchmäßig, weil manchmal gerade der mini-schiefe Ton die Gänsehaut erzeugt.«

Bisher war Jan Blomqvist vor allem als Solo-Künstler unterwegs. Doch auch mit den Bandkollegen Christian Dammann und Felix Lehmann reiste er schon um die ganze Welt. Die allererste, gemeinsame Konzerttour der drei stand allerdings erst in diesem Jahr an. Auf den Release des Debütalbums ,Remote Control‘ folgte jetzt die ausgiebige Tour – am 31. März war Tourstart.

Wir haben Jan Blomqvist zum Frühstück in Berlin getroffen und ihn gefragt, wie er sich kurz vor der ersten Albumtour fühlt, wie lang die Nächte unterwegs werden dürfen und wo eigentlich der schönste Club der Welt steht. Viel Spaß!


Jan Blomqvist live

22.09.2016  Control Club | Bucharest, RO
23.09.2016  Atlas | Kiev, UA
08.10.2016  Solheure | Solothurn, CH
27.10.2016  Zermatt Unplugged | Zürich, CH

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Jan Blomqvist

Jan Blomqvist

Jan Blomqvist ist ein Berliner Solo-Künstler und Bandleader. Mit seiner Band spielt er tanzbaren Elektro-Pop, als Solo-Künstler macht er Clubsoul.

Schon als Kind bekommt Jan  seine erste Gitarre. Kaum, dass er spielen kann wie Keith Richards, wird ihm klar, dass er lieber Mick Jagger sein will. In einem niedersächsischen Bauwagen gründet er seine erste Band.
Dann kommt Punk: »Musikalisch eher destruktiv, charakterlich aber mehr oder weniger bildend.« Die Gagen der ersten Auftritte werden gespart und in einen Verstärker gesteckt. Mit 21, als Student der Raumfahrttechnik, lernt er Techno kennen. Ihm wird klar, dass Musik auch ein Beruf sein kann. »Lehrer werden ist doch viel riskanter, wenn man morgens nicht aufstehen mag.«
Tagsüber schläft Jan, nachts baut er stundenlang an seinen Tracks. Irgendwann wird es klappen: »Die Langeweile in den Clubs aufbrechen, Konzertfeeling auf den Dancefloor bringen, mit einfachen Vocals und minimalen Beats.«

Dann geht alles ganz schnell: 2011 die Fusion-Show vor 3 000 Leuten, Releases auf Dantze und Stil vor Talent. 2012 das Rooftop Concert im Berliner Week-End; das YouTube-Video wird millionenmal gesehen. 350 Gigs in drei Jahren. Jan erinnert sich an alle: New York, Moskau, Paris, Istanbul, Los Angeles, Rom, Kopenhagen, San Francisco, Mexico City, Brüssel, Amsterdam, Mailand, Athen, Budapest, Beirut, Tunis, Neapel, Bukarest, Warschau, Zürich, Marseilles, Montpellier, Thessaloniki, München, Wien, London…

Für sein erstes Album nimmt sich Jan genau so viel Zeit, wie er braucht. Er liebt Halfbeats und hasst halbe Sachen. Im Studio sitzen heißt für ihn, aus seiner Live-Erfahrung zu schöpfen. ,REMOTE CONTROL‘ liefert sofort das typische JB-Gefühl: Auf einer Dachterrasse tanzen, während die Sonne hinter dunklen Wolken untergeht. Elektro im Nieselregen. Verloren in der U-Bahn rumstehen und dann merken, dass man die ganze Zeit schon mitwippt. Radikaldemokratische Weltumarmungselektronik.
Hier wird der Minimal Techno-Drive der Nullerjahre verblomqvistet: Hingehauchte Melodien, soulige Vocals, hell-dunkler Text. Eine Prise Portishead, eine Messerspitze Mary J. Blige. Die Tanzfläche ist der Transformator, der Melancholie in Strom umdreht und alle ansteckt: Konzertgänger und Techno-Rüpel, Weltvergesser und Glitter-Girls.

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